Archiv für den Autor: Andre Hellberg

Chirurgische Kronenverlängerung – Alternative zu Wurzelbehandlung und Stiftaufbau

Die chirurgische (Zahn-)Kronenverlängerung hat das Ziel, den in die Mundhöhle gerichteten Teil eines Zahnes zu verlängern, um die Wiederherstellung der Kaufunktion mit einer Krone zu ermöglichen oder zu verbessern. Dabei wird die Zahnkrone nicht tatsächlich verlängert, sondern das Verhältnis zwischen Krone und Wurzel vergrößert, indem die Knochen- und Weichgewebsgrenze reduziert wird und der ehemalige obere Wurzelanteil der Überkronung zur Verfügung gestellt wird.

Was kann damit erreicht werden?

1. Zähne die bis weit unter das Zahnfleisch kariös geschädigt wurden, können erhalten werden. Dabei wird die natürliche biologische Breite (Abstand zwischen Zahnfleischgrenze und der Oberkante des Zahnfachknochens) erhalten, um chronische Zahnfleischentzündungen zu verhindern oder zu beseitigen.

2. optische Verbesserung eines zu ausgeprägten Zahnfleischverlaufes (Rot-Weiß-Ästhetik)

3. Kronen auf wurzelbehandelten Zähnen mit Stiftaufbau werden stabilisiert, weil die Krone sich nicht nur am Stiftaufbau fixiert, sondern den Zahn bandförmig umfaßt.

4. Der wichtigste Punkt ist jedoch das Umgehen einer Wurzelbehandlung und eines nachfolgenden Stiftaufbaus vor Überkronung. Wenn ein Zahn frakturiert und sein Nerv nicht eröffnet wird, aber zu wenig Material für eine Überkronung vorhanden ist, empfehlen viele Zahnärzte die Wurzelbehandlung gefolgt von Stiftaufbau, um den Zahn später überkronen und damit erhalten zu können. Mit der chirurgischen Kronenverlängerung ist man nun in der Lage, das Volumen des Kronen-tragenden Zahnanteils zu vergrößern damit eine Überkronung und somit ein Zahnerhalt möglich wird, jedoch gänzlich ohne Wurzelbehandlung und ohne Stiftaufbau. D.h. der zu überkronende Zahn bleibt „lebendig“. Seine natürlichen Reaktionen und Schutzmechanismen, z.B. auf Temperatur und Druck, bleiben durch die Blutversorgung erhalten. Die Kosten für Wurzelbehandlung und Stiftaufbau entfallen. Die Wahrscheinlichkeit des langfristigen Zahnerhaltes steigt deutlich.

Die chirurgische Kronenverlängerung ist methodisch anspruchsvoll und wird daher von allgemeinen Zahnärzten selten durchgeführt. Der Eingriff sollte von chirurgischen Fachkollegen durchgeführt werden, die über die notwendige Berufserfahrung verfügen.

Wir beraten Sie gern.

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Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein individuelles Beratungsgespräch kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Risikofaktor Rauchen in der Zahnheilkunde

„Rauchen kann tödlich sein!“

So oder ähnlich steht es auf jeder Zigarettenpackung. Das Rauchen kann eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen und ist ein schon lange Zeit bekannter Hauptrisikofaktor für Herz-/ Kreislauferkrankungen. Hierüber können alle Organe beeinträchtigt werden. Statistisch gesehen leben Nichtraucher im Durchschnitt länger als Raucher.
Der Tabakrauch und dessen Inhaltsstoffe wirken systemisch (über die Blutbahn) und lokal (über Schleimhaut und Zahnfleisch).
Durch komplexe Veränderungen der natürlichen Gleichgewichte in der Mundhöhle, werden Kariesbildung gefördert und Schutzmechanismen geschwächt. Raucher entwickeln daher schneller „Löcher“ als Nichtraucher. Deshalb sollten mindestens zwei intensive Kontrolluntersuchungen jährlich erfolgen.
Auch das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut sind betroffen. Reduzierte Körperabwehr und verminderte Durchblutung fördern Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis/Parodontose) gefolgt von Zahnfleisch- u. Knochenrückgang, Zahnlockerung und letztendlich frühzeitigem Zahnverlust. Statistisch gesehen verlieren Raucher häufiger und frühzeitiger Zähne im Vergleich zu Nichtrauchern.
Die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs können im schlimmsten Fall die Entstehung von Mundkrebs initiieren.
Bei chirurgischen Eingriffen (z.B. Zahnentfernungen) ist die Wundheilung aufgrund der schlechteren Durchblutung verzögert. Das kann den parallelen Einsatz von Antibiotika, oder den Wundverschluss mit Naht, notwendig machen. Häufig kann man beobachten, dass die Wunden von Rauchern nach Zahnentfernung kaum oder gar nicht bluten. Bei Patienten die nicht Rauchen, bluten die Wunden normalerweise mehrere Minuten. Der sich bildende Blutpfropf ist wichtig für die Weichgewebs- und Knochenheilung der Extraktionswunde.
Viele Raucher sind bereit, das Rauchen für die Phase der Wundheilung zu unterbrechen. Dies ist sehr lobenswert und schadet der Wundheilung nicht, jedoch wirken die negativen Einflüsse des Tabakrauches nach. Man kann davon ausgehen, das diese Einflüsse nach 6 Monaten Rauch-freier-Zeit größtenteils kompensiert worden sind. Das bedeutet, dass ein Raucher theoretisch 6 Monate vor einer Zahnentfernung aufhören sollte zu Rauchen, damit der Wundheilungsverlauf vergleichbar mit dem eines Nichtrauchers wäre.  😉  An dieser Stelle muss jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.
Weitere Phänomene können verfärbte Zähne, belegte Zunge, Mundgeruch oder verringerte Geschmackswahrnehmung sein.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Raucher aufgrund größerer Risiken häufiger und intensiver von ihrem Zahnarzt betreut werden sollten, als Nichtraucher. Das Rauchen in der Schwangerschaft das Ungeborene ebenso schädigen kann wie Passiv-Rauchen die Mitmenschen, ist allgemein bekannt und sollte berücksichtigt werden. Dennoch ist Rauchen vielen Menschen als Genussmittel sehr wichtig. Wir respektieren dies und raten zu halbjährigen Kontrolluntersuchen, regelmäßiger Zahnreinigung und konsequenter zahnärztlicher Versorgung durch einen Fachspezialisten.
Wir beraten Sie gern.

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Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein individuelles Beratungsgespräch kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Zahnimplantate – künstliche Zahnwurzeln

Zahnimplantate sind künstliche Zahnwurzeln, die in den Kiefer eingesetzt werden, um Zahnersatz fest zu verankern. Im Volksmund werden sie oft mit „Dübeln“ aus dem Handwerksbereich verglichen.

Das Einsetzen der Zahnimplantate stellt die Umkehrung der Zahnentfernung dar. Nach örtlicher Betäubung erfolgt die Darstellung der Region, das Anlegen einer exakten Bohrung in allen drei Raumdimensionen unter Berücksichtigung der Nachbargewebe, Nerven und anatomischen Gegebenheiten. Für eine optimale Planung wird häufig ein 3D-Röntgenbild notwendig. Damit ist eine exakte Kieferuntersuchung in allen Raumdimensionen möglich, um Knochenlager und OP-Gebiet sicher einschätzen zu können. Nach dem Einbringen des Implantates erfolgt eine Phase des Einheilens von mindestens drei bis vier Monaten. Dieser Vorgang ist vergleichbar mit der Heilung eines Knochenbruches (z.B. Arm oder Bein), bei dem die Randbereiche innerhalb von drei bis vier Monaten miteinander stabil verwachsen, so dass der Bereich wieder voll belastet werden kann. Bei biokompatiblen Zahnimplantaten wird das Verwachsen mit der Implantatoberfläche Osseointegration bezeichnet. Der Körper stößt das Material nicht ab, sondern integriert es in seine Umgebung. Es gibt Firmen die damit werben, dass deren Implantate angeblich schon nach kurzer Zeit eingewachsen und voll belastbar sind. Unseres Erachtens läßt sich die Natur so einfach nicht überlisten. Wir halten daher die natürliche Zeit der menschlichen Knochenheilung von mindestens drei bis vier Monaten ein.

Die meisten Implantate bestehen aus Reintitan. In der Orthopädie werden seit Jahren Endo-Prothesen-Implantate eingesetzt, ohne das Allergien oder Abstoßungsreaktionen auftreten. Es gibt auch Implantate aus Keramiken. Diese sind jedoch weniger erforscht als Titanimplantate und erwiesen sich als weniger bruchfest. Daher setzen wir für unsere Patienten auf bewährte Titanimplantate und beobachten die Weiterentwicklung der Keramikimplantate mit Spannung.

Mit Zahnimplantaten ist man in der Lage lockere Zahnprothesen zu befestigen, so dass sie einen sicheren Halt in jeder Situation vermitteln. Mit der Anzahl der Implantate läßt sich die Stabilität und Festigkeit beeinflussen.
Implantate können Zahnlücken verschließen, ohne dass Nachbarzähne beschliffen werden müssen. Dadurch kann eigene Zahnhartsubstanz erhalten werden. Das ist die größte Innovation der Zahnimplantate. Heutzutage ist auch die Rückführung von herausnehmbaren Zahnersatz zu gänzlich festen Zähnen möglich. Viele junge Leute entscheiden sich daher frühzeitig für Implantatersatz als Lückenschluss.

Da Zahnimplantate ein möglichst großvolumiges Knochenlager benötigen, ist es äußerst wichtig, dass Patient und Zahnarzt bereits vor dem Zahnziehen wissen, ob ein Implantat in Frage kommt oder nicht. Während der „schonenden Zahnentfernung“ vor Implantation können bereits knochenerhaltende Maßnahmen durchgeführt werden, um das Knochenlager des ehemaligen Zahnes zu erhalten. Unterläßt man diese Maßnahmen während des Zahnziehens (z.B. durch einen Kollegen im Notdienst), verringert sich das Knochenangebot die folgenden Wochen deutlich. Die Heilung des Zahnfleisches erfolgt deutlich schneller als die des Kieferknochens. Dadurch wächst das Zahnfleisch innerhalb weniger Tage in das Zahnfach des ehemaligen Zahnes und verhindert die Knochenregeneration. Das hat einen Knochenverlust in Höhe und Breite zu Folge. Unsere Patienten werden vor dem Zahnziehen immer unfangreich aufgeklärt.

Der optimale Zeitpunkt des Implantierens liegt zwischen drei und vier Monaten nach dem Zahnverlust. Ein frühzeitiges Implantieren ermöglicht die optimale Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik.

Haben Sie noch Fragen? Wir beraten Sie gern.

Vorzüge:
+   feste Zähne
+   feste Prothesen (keine Haftcreme)
+   keine beschliffenen Zähne
+   keine Überbelastung eigener Zähne
+   Erhalt des Kieferknochens durch knöcherne Kaukraftübertragung –> Zahnimplantate reduzieren den Knochenrückgang
+   keine Einschränkung von Sprache und Geschmack
+   gute Ästhetik

Nachteile:
–   chirurgischer Eingriff mit örtlicher Betäubung
–   erhöhter Zeitaufwand
–   erhöhter Materialaufwand

 

Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein individuelles Aufklärungsgespräch kann hierdurch nicht ersetzt werden.

Die Entfernung der Weisheitszähne

Die Notwendigkeit der Weisheitszahnentfernung ergibt sich aus folgenden Indikationen:

1. Schmerzen aufgrund von Entzündungen des umgebenden Weichgewebes (Dentitio difficilis bei teilweisen Durchbruch in die Mundhöhle) oder kariöser Zerstörung des Weisheitszahnes
2. bei krankhaften Veränderungen in der Region des Weisheitszahnes (z.B. Zysten – flüssigkeitsgefüllte Raumforderungen)
3. Platzmangel im Kiefer mit fehlender Durchbruchsmöglichkeit und Druckausübung auf die Nachbarzähne kann das Verschieben von Zähnen bewirken (erschwerte kieferorthopädische Retention)
4. schwer zu reinigende Region, die zu Zahnschädigung oder Zahnverlust der Nachbarzähne oder zu Zahnfleischtaschenerkrankungen (Parodontitis, Parodontose) führen kann
5. bei unklaren wiederkehrenden Gesichtsschmerzen (z.B. ausstrahlende Schmerzen in die Kiefergelenke und Ohren), bei denen der Weisheitszahn eine mögliche Ursache sein kann

Alternativen zur Weisheitszahnentfernung sind z.B. die regelmäßige Kontrolle durch den Zahnarzt oder die konservative Therapie mittels Spülungen und der eventuelle Einsatz von Antibiotika. Man muss kritisch betrachten, dass die visuelle Kontrolle nur bedingt möglich ist (je nach Position des Zahnes) und die radiologische Verlaufskontrolle in kurzen Abständen nicht indiziert ist.
Das Spülen, als lokale Behandlung, kann die Zeit bis zur Weisheitszahnentfernung oder bis zur Entscheidungsfindung des Patienten überbrücken. Häufig werden wir gefragt, ob beim Spülen mit Schmerzen zu rechnen ist. Unsere Erfahrungen sind, dass das intensive Spülen der Weisheitszahnregion in Abhängigkeit vom Entzündungsgrad unangenehm sein kann und die Beschwerden danach noch mehrere Stunden anhalten können. Erst danach stellt sich deutliche Besserung ein. Dies ist völlig normal. Daher Fragen wir unsere Patienten mit Weisheitszahnbeschwerden immer vorher, ob sie die Spülung möchten oder nicht. 🙂

Vor dem Eingriff, an einem separaten Termin, findet das obligatorische Aufklärungsgespräch statt. Hier wird der Patient ausführlich über Risiken, Komplikationen und Folgen sowie Alternativen informiert. Von Interesse für den Zahnarzt sind Erkrankungen, Medikamente und Allergien. Blutverdünnende Medikamente dürfen nicht eigenmächtig abgesetzt werden, sondern nur nach Absprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Internisten, ansonsten riskiert man seine Gesundheit. Die Aufklärungsbögen sollten vor dem Eingriff gewissenhaft durchlesen werden. Bei Fragen steht der Zahnarzt jederzeit zur Verfügung. Vor dem Eingriff in örtlicher Betäubung (Spritze, Lokalanästhesie) sollte normal gegessen und getrunken werden. Diabetiker sollten unvorhersehbare Behandlungszeitverlängerungen bei der Insulindosierung berücksichtigen. Um die Bakterienzahl im Mundraum zu reduzieren, sollten die Zähne vorher gründlichst geputzt werden. Häufig versichern uns Raucher, dass sie die kommende Woche nach der Zahnentfernung nicht Rauchen werden, um das Entzündungsrisiko der Wunden zu verringern. Leider wirken die Einflüsse des Rauchens mehrere Monate nach. D.h. um das Risiko einer Wundheilungsstörung wirksam zu verringern, müsste man 3-6 Monate vor dem Eingriff aufhören zu Rauchen. 😉

Weisheitszähne sind häufig vollständig oder teilweise von Zahnfleisch bedeckt und daher schwieriger zu entfernen als herkömmliche Zähne. Vor der Entfernung erfolgt örtliche Betäubung im Mund. Dabei werden Schmerzen ausgeschaltet, so dass der Patient lediglich Geräusche oder etwas Druck wahrnimmt. Das Zahnfleisch wird nach einem kleinen Schnitt vom Kiefer gelöst. Aufmerksame Patienten fragen uns manchmal nach dem Eingriff, ob das normal ist, dass „die Wange“ angenäht erscheint. Nein, die Wange ist nicht angenäht und ja, es ist normal. Dies ist ein spezieller Schnitt zu Schutz des Zungennerven, der für Gefühl in der Zunge verantwortlich ist. Der Weisheitszahn wird maschinell dargestellt und gelockert, wenn herkömmliche Methoden das nicht ermöglichen. Dies wird als Vibrationsgeräusch wahrgenommen. Nach Lockerung wird der Weisheitszahn entfernt. Bei großen Zähne mit Verlagerung oder engen Platzverhältnissen, muss der Zahn ggfs. zerkleinert und in mehreren Stücken entfernt werden. Abschließend wird das Zahnfleisch wieder vernäht und die Wundheilung kann beginnen. Die Fäden werden nach 7-14 Tagen schmerzfrei entfernt.
Im Nachgang beobachten einige Patienten noch ein „Restloch“, in dem der Weisheitszahn vorher stand. Der Kiefer heilt von innen nach außen „muldenförmig“ aus, d.h. die Mulde wird in den kommenden Wochen immer flacher und verschwindet gänzlich.

Mit welchen Schmerzen ist zu rechnen?

Schmerzen treten erstmals zur örtlichen Betäubung in Form eines kleinen Nadelstiches auf (2 je Weisheitszahn), vergleichbar mit der Blutabnahme beim Hausarzt. Bei schmerzempfindlichen Patienten kann der Stich mittels Spray reduziert werden; ein Restempfinden ist aber möglich. Nach 3-6 Stunden klingt die lokale Betäubung ab und ein Wundschmerz tritt auf. Diese postoperativen Wundschmerzen sind mit herkömmlichen rezeptfreien Schmerzmitteln gut zu behandeln. Fragen Sie zu Risiken, Nebenwirkungen und Unverträglichkeiten/Allergien bitte Ihren Arzt oder Apotheker im vornherein. Während des Eingriffes treten nur selten Schmerzen auf (z.B. bei vorangegangenen oder akuten Entzündungen), die durch Verstärkung der örtlichen Betäubung beseitigt werden können. Druckempfindungen während der Zahnentfernung werden gelegentlich als unangenehm wahrgenommen, sind jedoch nicht schmerzhaft.

Was ist nach dem Eingriff wichtig?

Bitte nicht rauchen, damit die Wunden zügig verheilen. Die Erfahrung zeigt, dass es für einige Patienten schier unmöglich erscheint. Die Gesetzgebung legt eine Fahruntauglichkeit von 24h nach Lokalanästhesie fest. Das gilt auch für Fahrradfahren. Aus diesem Grund sollten Sie sich abholen lassen oder die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. In den ersten 4 Tagen entstehen erwartungsgemäß starke Wangenschwellungen kombiniert mit eingeschränkter Mundöffnung, insbesondere bei unteren Weisheitszähnen. Das völlig normal. Die Schwellungen bleiben recht hartnäckig, egal wie gut gekühlt wird. Nach 4-5 Tagen gehen die Schwellungen schrittweise zurück bis nach einer Woche kaum noch etwas zu spühren ist. Ähnlich verhält es sich mit der eingeschränken Mundöffnung. Selten gibt es Patienten, die weder Schwellung noch eingeschränkte Mundöffnung vorweisen. Das ist abhängig von der individuellen Reaktion jedes Patienten und hat nichts mit dem Eingriff zu tun. Blutergüsse/Hämatome können zu vorübergehenden blauen bis gelben Flecken im Gesichts-, Hals- und Oberkörperbereich führen. Kühlung mit feuchten Tüchern und die Einnahme von Suppen- und Breikost 7 Tage lang sorgen für rasche Wundheilung. Die Anwendung von Eis-Akkus birgt die Gefahr der Unterkühlung und wird daher heute immer weniger empfohlen. Körperliche Ruhe (Krankschreibung ca. 7 Tage), das Vermeiden von Sonneneinstrahlung und gelegentliche Mundspülungen mit gekühltem Salbei- oder Kamillentee wirken sich positiv auf die Wundheilung aus.

Welche Risiken und Komplikationen sind möglich?

Neben Überempfindlichkeitsreaktionen und Allergien auf Betäubungsmittel oder Medikamente können Blutungen während oder nach dem Eingriff auftreten. Betroffen sind eher Patienten mit Blut-verdünnenden Medikamenten oder Gerinnungsstörungen. Durch Kompression der Wunde mit einem sauberen Taschentuch (Knoten ins Tuch machen und 30-60 min aufbeißen) können die selten vorkommenden Blutung meist gestillt werden. Eine zeitnahe Wiedervorstellung beim Arzt oder Zahnarzt wird dann aber empfohlen. Wunden können sich entzünden, da die gesamte Mundhöhle mit Bakterien besiedelt ist. Daher kann die Einnahme von Antibiotika und Spülung der Wunden notwendig werden.

Da Weisheitszähne meist fest im Kiefer verankert sind, ist es möglich, dass sich Füllungen und Zahnersatz an Nachbarzähnen lösen. Gelöster Zahnersatz kann in aller Regel wieder befestigt werden.

Im  Unterkiefer verlaufen Nerven knapp unterhalb der Zahnwurzeln. Im Bereich des Kieferwinkels befinden sich die Weisheitszähne häufig in verlagerter oder teil-durchgebrochener Position und somit im enger Nachbarschaft zum Unterkiefernerv. In einigen Fällen liegen Nerv und Weisheitszahn so nah beieinander, dass sie sich berühren. Für diese Fälle muss das Risiko-Nutzen-Verhältnis besonders äbgewägt werden. Mit der 3D-Röntentechnik (digitale Volumentomografie) sind wir in der Lage, die örtlichen Zusammenhänge zwischen Nerv und Zahn genau zu erfassen und den Patienten umfassend aufzuklären. Der Unterkiefernerv versorgt eine Hälfte der Unterlippen-Kinn-Region mit Gefühl (keine Bewegung) sowie das Empfinden der Unterkieferzähne der jeweiligen Seite. Nahe der Zunge verläuft ein Gefühlsnerv, der eine Zungenhälfte mit Gefühl/Geschmack (keine Bewegung) versorgt. Auch dieser Nerv liegt in der Nähe der Weisheitszahnregion. Daher besteht bei einer unteren Weisheitszahnentfernung immer ein „Restrisiko“ der Gefühlsstörung (Taubheitsgefühl bei Betasten oder ein Kribbeln) der Unterlippe, oder Zunge oder der Zähne (z.B. Kälteunempfindlichkeit). Der Zahnarzt klärt vorher umfassend auf und wägt die Restrisiken mit Ihnen zusammen ab.

Im Oberkiefer befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Weisheitszähnen keine speziefischen Nervenhauptäste. Oberhalb der Weisheitszähne befinden sich die Kieferhöhlen (Luft-gefüllte Hohlräume) rechts und links. Entzündungen an Zähnen können Einfluss auf die Kieferhöhlen nehmen und umgekehrt. Manchmal kommt es vor, dass Zahnwurzeln in die Kieferhöhlen hineinragen. Nach der Entfernung kann dann ein Tunnel/eine Verbindung zwischen Kieferhöhle und Mundhöhle auftreten, der dann dicht verschlossen werden muss. Im Nachgang sollte 10-14 Tage nicht geschneuzt werden, da die Kieferhöhlen und die Nase miteinander in Verbindung stehen. Der Druck, der beim Ausschnauben entsteht, könnte die Wundheilung negativ beeinflussen. Auch hier klär Ihr qualifizierter Zahnarzt umfassend auf und wägt mit Ihnen zusammen die Restrisiken ab.

Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein individuelles Aufklärungsgespräch kann hierdurch nicht ersetzt werden.

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Zahnarztangst – Zahnarztphobie – gesteigerte Angst vor dem Zahnarzt?

Viele Menschen haben gemischte Gefühle, wenn Sie zum Zahnarzt gehen. Häufig berichten uns Patienten nach dem erfolgreich überstandenen Kontrolltermin, dass sie schon einige Tage vor dem Termin schlecht schlafen konnten und nun froh sind, das alles in Ordnung ist. Solche Patienten sind häufig unauffällig und verarbeiten Ihre Ängste im Inneren mit sich selbst. Dieses Verhalten wird als physiologisch (noch normal) angesehen. Ist die Angst derartig gesteigert, dass Patienten den Zahnarzt erst aufsuchen, wenn unerträgliche Schmerzen und körperliche Schäden eingetreten sind, spricht man von Zahnarztphobie. Im Volksmund bezeichnet man diese Patientengruppe allgemein als Angstpatienten. Die Ursachen sind vielfältig und finden sich häufig in der Kindheit. Meist gehen schlechte Erfahrungen voraus. Nicht selten übertragen Eltern ihre Ängste auf die Kinder, so dass familiäre Häufigkeit beobachtet werden kann. Da klingen gute Ratschläge vom Zahnarzt wie Hohn: „Vergessen Sie Ihre Erfahrungen aus der Kindheit, wir haben heute modernste Verfahren und Techniken.“ oder „Sie brauchen sich keine Gedanken zu machen, es geht vielen Menschen so wie Ihnen.“ So einfach ist es leider nicht.

Patienten können somit in vier Kategorien eingeteilt werden:

  1. Patienten ohne Ängste
  2. unauffällige Patienten mit gesteigerter Angst
  3. Angstpatienten / Phobiepatienten
  4. Patienten die den ersten drei Kategorien nicht zuzuordnen sind 🙂

In aller Regel kennen Angstpatienten ihren Zustand, verschieben den Zahnarztbesuch dennoch in die Zukunft, bis ein spezifisches Ereignis eintritt. Das kann das Eintreten von Zahnschmerzen oder Gesichtsschwellung sein, aber auch die Initiative des Lebenspartners, die Zähne sanieren oder unangenehmen Geruch im Mund behandeln zu lassen. Ein weiteres prägendes Erlebnis kann Zahnverlust im Sichtbereich sein, das dem Patient die Dringlichkeit im wahrsten Sinne vor Augen führt. Manchmal führt auch die Sorge um die eigenen Kinder zu Zahnarzt.

Die erste Kontaktaufnahme erfolgt meist über Telefon. Einige Patienten schreiben auch per e-mail. Entscheidend für ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis ist persönliche Sympathie. Einige Patientinnen berichteten uns, dass die Behandlung im Mund ein ähnliches Vertrauensverhältnis wie beim Gynäkologen voraussetzt. Haben Sie sich zu einem Termin überwunden, erfolgt zum Erstkontakt ein unkompliziertes Kennenlernen. Der Zahnarzt macht sich ein Bild über ihren Mundzustand und bespricht Ihre Ziele und Bedenken. Es findet keine Therapie statt, es sei denn ein akuter Schmerznotfall liegt vor und Sie wünschen eine Notfallbehandlung. Dann bieten wir Ihnen mögliche Alternativen an und besprechen diese. Nach der Befundung eröffnen wir Ihnen individuelle Alternativen für die Wiederherstellung von Kaukomfort und Schönheit der Zähne. Dies ist erfahrungsgemäß einer der wichtigsten Momente für Phobiepatienten, um Ihre Ängste nachhaltig, und mit einem Ziel vor Augen, überwinden zu können. An dieser Stelle angelangt, fühlen Sie bereits, ob der Ihnen aufgezeigte Weg für Sie der richtige ist! Danach führt man wir Sie langsam und behutsam, Schritt für Schritt, zur normalen Zahnarztbehandlung hin. Geschwindigkeit und Ablauf bestimmen Sie allein durch das Ausmachen von Terminen. Wir benutzen bei Angstpatienten örtliche Betäubung mit verstärkter Wirkung. Auf Wunsch können Weichgewebe vor örtlicher Betäubung vereist werden. Musikplayer mit Kopfhörer helfen vielen Patienten sich abzulenken und können mitgebracht werden. Häufig berichten uns Angstpatienten von finanziell aufwendigen Angeboten für Narkosebehandlungen und Komplettsanierungen. Wir sehen darin nicht die Möglichkeit, sich mit der Angst auseinander setzen zu können. Sie lässt sich mit finanziellen Aufwendungen nicht therapieren. Mit positiven Erfahrungen wird der Weg zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung geebnet, ganz ohne Angst und immer mit einem Lächeln auf den Lippen. Eine Vielzahl unserer Angstpatienten hat sich innerhalb weniger Vorsorgeuntersuchungen zur Kategorie „unauffälliger Patient“ entwickelt. Auch wir sind, als Patienten, nicht frei von Ängsten.
Wir beraten Sie gern.
Haben Sie Anregungen oder eigene Erfahrungen, dann schreiben Sie uns gern.

Ihr Praxisteam in Dresden am Elbepark