Risikofaktor Rauchen in der Zahnheilkunde

„Rauchen kann tödlich sein!“

So oder ähnlich steht es auf jeder Zigarettenpackung. Das Rauchen kann eine Vielzahl von Erkrankungen verursachen und ist ein schon lange Zeit bekannter Hauptrisikofaktor für Herz-/ Kreislauferkrankungen. Hierüber können alle Organe beeinträchtigt werden. Statistisch gesehen leben Nichtraucher im Durchschnitt länger als Raucher.
Der Tabakrauch und dessen Inhaltsstoffe wirken systemisch (über die Blutbahn) und lokal (über Schleimhaut und Zahnfleisch).
Durch komplexe Veränderungen der natürlichen Gleichgewichte in der Mundhöhle, werden Kariesbildung gefördert und Schutzmechanismen geschwächt. Raucher entwickeln daher schneller „Löcher“ als Nichtraucher. Deshalb sollten mindestens zwei intensive Kontrolluntersuchungen jährlich erfolgen.
Auch das Zahnfleisch und die Mundschleimhaut sind betroffen. Reduzierte Körperabwehr und verminderte Durchblutung fördern Zahnfleischerkrankungen (Parodontitis/Parodontose) gefolgt von Zahnfleisch- u. Knochenrückgang, Zahnlockerung und letztendlich frühzeitigem Zahnverlust. Statistisch gesehen verlieren Raucher häufiger und frühzeitiger Zähne im Vergleich zu Nichtrauchern.
Die Inhaltsstoffe des Tabakrauchs können im schlimmsten Fall die Entstehung von Mundkrebs initiieren.
Bei chirurgischen Eingriffen (z.B. Zahnentfernungen) ist die Wundheilung aufgrund der schlechteren Durchblutung verzögert. Das kann den parallelen Einsatz von Antibiotika, oder den Wundverschluss mit Naht, notwendig machen. Häufig kann man beobachten, dass die Wunden von Rauchern nach Zahnentfernung kaum oder gar nicht bluten. Bei Patienten die nicht Rauchen, bluten die Wunden normalerweise mehrere Minuten. Der sich bildende Blutpfropf ist wichtig für die Weichgewebs- und Knochenheilung der Extraktionswunde.
Viele Raucher sind bereit, das Rauchen für die Phase der Wundheilung zu unterbrechen. Dies ist sehr lobenswert und schadet der Wundheilung nicht, jedoch wirken die negativen Einflüsse des Tabakrauches nach. Man kann davon ausgehen, das diese Einflüsse nach 6 Monaten Rauch-freier-Zeit größtenteils kompensiert worden sind. Das bedeutet, dass ein Raucher theoretisch 6 Monate vor einer Zahnentfernung aufhören sollte zu Rauchen, damit der Wundheilungsverlauf vergleichbar mit dem eines Nichtrauchers wäre.  😉  An dieser Stelle muss jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.
Weitere Phänomene können verfärbte Zähne, belegte Zunge, Mundgeruch oder verringerte Geschmackswahrnehmung sein.

Zusammenfassend läßt sich sagen, dass Raucher aufgrund größerer Risiken häufiger und intensiver von ihrem Zahnarzt betreut werden sollten, als Nichtraucher. Das Rauchen in der Schwangerschaft das Ungeborene ebenso schädigen kann wie Passiv-Rauchen die Mitmenschen, ist allgemein bekannt und sollte berücksichtigt werden. Dennoch ist Rauchen vielen Menschen als Genussmittel sehr wichtig. Wir respektieren dies und raten zu halbjährigen Kontrolluntersuchen, regelmäßiger Zahnreinigung und konsequenter zahnärztlicher Versorgung durch einen Fachspezialisten.
Wir beraten Sie gern.

Ihre Zahnarztpraxis in Dresden Mickten/Pieschen/Elbepark und Umgebung

 

Dieser Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Ein individuelles Beratungsgespräch kann hierdurch nicht ersetzt werden.

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